Verfasst von Timo Schumacher. Veröffentlicht in Australische GT
Welcher Motorsportfan wollte nicht schon einmal nach Australien, und sich den Mount Panorama Circuit selber anzuschauen? Für mich ging dieses Jahr der Traum in Erfüllung, beim Besuch des 12 Stunden Rennens Mitte Februar. Natürlich war vorab etwas Planung notwendig: Campingplatz oder Hotel, Tribünen-Ticket ja oder nein? Wie funktioniert das Ticketsystem und der Campingplatz, und ebenso die Anreise?
Im Prinzip war alles einfach. Wer sich für den Campingplatz entscheidet, muss früh genug über die Webseite des Veranstalters einen Platz buchen. Im Gegensatz zum hier doch mehr gewohnten 24 Stunden Rennen am Nürburgring ist man gezwungen, das Buchen vorher zu erledigen. Denn: Die Plätze sind fest eingezeichnet, und spontan kommen ist nicht. Den Campingplatz habe ich Mitte Januar gebucht und noch einen der letzten Plätze auf Reid & Sulman (oben auf dem Berg) ergattert; 205 AUD (123,50€) von Mittwoch bis Montag. Zusätzlich zum Campingplatz ist dann noch eine so genannte "General Admission" notwendig, da man sich immer im Innenbereich der Strecke aufhält. Das Ticket kostete für drei Tage 80 AUD (ca. 48€). Und brauche ich ein Tribünen-Ticket? Wer sich den Streckenplan anschaut und entdeckt, dass es nur eine kleinere feste Tribüne gibt, erkennt schnell: Lohnt sich eigentlich nicht.
Das Buchen des Campingplatzes habe ich in Deutschland erledigt, dass der Tickets in Australien - weil über diese Webseite Deutschland geblockt ist. Kurz vor dem Rennen bekommt man dann ein Aufkleber für die Windschutzscheibe zugeschickt, mit dem man den Check-In passieren kann (bei dem man auf das Mitbringen von Glasflaschen etc untersucht wird). Mir wurde der Aufkleber freundlicherweise beim Akkreditierungs-Center hinterlegt. Kurzer Einschub: Jede Kommunikation mit dem Veranstaltungs-Team war sehr freundlich, also keine Sorge das hier etwas nicht klappen könnte. Check-In passieren (außerhalb der Strecke irgendwo hinter "Hell Corner"), und auf geht es den Berg hinauf und zu der Parzelle, die man gebucht hat. Der erste Eindruck: Der Campingplatz erinnert mich an jenen am Ring - und auch irgendwie nicht. Es ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Wohnwagen, Wohnmobilen, Zelten und Dachzelten zu finden, aber kaum etwas älteres oder "Bastelbuden" dabei. Jeder hat seinen eigenen und ausreichend großen Platz - nur Sanitäranlagen dürfte es gerne mehr geben. Und noch etwas: Laute Musik gibt es nicht, es wird nur allerorten ein Barbecue veranstaltet und alle haben gute Laune. Das Fehlen der Musik zieht sich so durch, weshalb man gut schläft, und auch vor Rennstart um 5 Uhr morgens einigermaßen erholt aufstehen kann. Pünktlich zum Rennstart macht sich dann ein müder Tross auf zur Strecke, niemand will den Rennstart verpassen. Der ein oder andere nimmt ein Akku-Paket oder auch einen Generator mit, um sich an der Strecke einen Kaffee oder auch ein Frühstücks-Barbecue machen zu können.
Generell gilt: Hier ist kaum ein Fan nur zum feiern da, der Campingplatz (abgegrenzt durch eine Straße zur Rennstrecke hin) ist im Laufe des Rennens kaum besucht. Stattdessen sitzen alle Fans (mit 55.231 eine Rekordzahl an diesem Wochenende) unter vom Veranstalter aufgestellten Pavillons an der Strecke. Dabei finden sich gefühlt alle 50 Meter von Zuschauern mitgebrachte Fernseher, sodass das Rennen durchgängig verfolgt werden kann. Von "The Cutting" bis "Forrest's Elbow" kann man auf dem Berg fast durchgängig an der Strecke entlang laufen, fasziniert zuschauen wie die Fahrer zwischen den Beton-Wänden ans Limit gehen - und einen Blick hinunter auf Start & Ziel werfen. Durch den Höhenunterschied von 174 Metern ergibt sich eine schöne Aussicht.
Runter zu Start & Ziel kommt man dann am einfachsten mit einem Shuttle-Bus, der für eine Hin- und Rückfahrt 10 AUD (ca. 6€) kostet. Durch den großen Höhenunterschied und weil die Busse sehr regelmäßig fahren, ist es auf jeden Fall sein Geld wert. Unten angekommen, wird man im Außenbereich der Start- & Zielgeraden von einfachen Verkaufsständen begrüßt, die man von früher vom Nürburgring kennt: T-Shirt und Kappen, Modellautos, Ausstellungen unter anderem von Mini, Mercedes-AMG und Meguiar's, sowie natürlich auch einige Essenstände (hier gab es auch die als typisch deutsch bezeichnete "Volkswurst"). Alles in allem eine sehr freundliche und familiäre Atmosphäre, die sich durch das gesamte Event durchgezogen hat. Im Innenraum der Rennstrecke konnte man noch durch das Fahrerlager schlendern, welches zu keiner Zeit viele Besucher hatte - die waren eher oben an der Rennstrecke zu finden.
Im unteren Teil der Strecke konnte man sich an verschiedenen Stellen zwischen "The Chase" und "Hell Corner" aufhalten. Am Berg wie auch unten bei Start & Ziel konnte man den Streckensprecher aus dem Youtube-Stream meist gut verstehen, ebenso waren einige Leinwände aufgestellt, auf denen man das Rennen verfolgen konnte. Die Preise waren überall "fair", und wie erwähnt gab es allenthalben nur freundliche Gesichter, was aber auch die generelle australische Mentalität widerspiegelt. Mein Fazit: So ein Event kann man nicht jedes Jahr mitnehmen. Aber wer die Rennstrecke in Down Under auf seiner Bucket-List hat und unbedingt einmal live sehen will, den kann ich aber nur dazu ermuntern, die Reise einmal auf sich zu nehmen!
Verfasst von Timo Schumacher. Veröffentlicht in Australische GT
Das Mercedes-AMG Team GMR konnte sich am vergangenen Rennwochenende den Sieg bei den Meguiar's 12 Stunden von Bathurst sichern (komplettes Rennergebnis). Für Maro Engel, Maxime Martin und Mikael Grenier ist es der erste Erfolg bei diesem Rennen, für Mercedes-AMG der vierte nach 2013 (SLS AMG GT3), 2022 und 2023 (AMG GT3 Evo). Die zurückgelegte Distanz mit nur 262 Runden ist die geringste seit der Zulassung der GT3-Fahrzeuge, bedingt durch eine Unterbrechung per roter Flagge um 55 Minuten.
Auf den Plätzen folgten der High Class Racing-Porsche 911 GT3 R von Dorian Boccolacci, Anders Fjordbach und Kerong Li (Sieger der Bronze-Wertung) sowie der BMW M4 GT3 Evo vom Team WRT und den Piloten Augusto Farfus, Raffaele Marciello und Valentino Rossi. Interessant ist die Tatsache, dass die beiden bestplatzierten Teams nur von den Rängen 31 (Team GMR) und 32 (High Class Racing) ins Rennen gegangen sind - die Startposition war also nicht alles-entscheidend. Klassensieger in der Pro/Am-Wertung wurde der Mercedes-AMG GT3 Evo von RAM Motorsport/GWR Australia. 111 Racing siegte im IRC GT in der Invitational, Method Motorsport im McLaren Artura GT4 in der GT4.
Um den Sieg mitgekämpft haben noch andere, allen voran der Mercedes-AMG GT3 Evo vom Mercedes-AMG Team Craft Bamboo: 3:43 Stunden vor Rennende lag Ralf Aron nach einer Safety Car-Phase in Führung. Er traf als erstes auf den Tsunami RT-Porsche von Johannes Zelger, der im "The Dipper" gedreht wurde. Mangels Warnung durch gelber Flaggen und dank Funkproblemen fuhr Aron ungebremst in den die Strecke blockierenden Porsche, erlitt dabei Verletzungen am Rücken. Wie durch ein Wunder sind die nachfolgenden Fahrzeuge ohne weitere Berührungen durch die gestrandeten Fahrzeuge und die Trümmer auf der Strecke gekommen, dennoch musste die Rennleitung das Rennen für die Aufräumarbeiten unterbrechen.
Bei der letzten Rennfreigabe in der letzten Rennstunde lag Kelvin van der Linde im WRT-BMW dank cleverer Strategie vor Jules Gounon im 75 Express-AMG. Es war klar, dass van der Linde bis zum Rennende Sprit sparen musste, dennoch attackierte Gounon ihn in der ersten Kurve. Beide trugen Schäden an der Karosserie davon, van der Linde musste zur Schnell-Reparatur an die Box (das linke hintere Seitenteil wurde kurzerhand demontiert). Aus den Position 1 und 2 wurden für die beiden am Ende nur Rang 7 (Gounon) und 12 (van der Linde). Auch die Corvette von Johor Motorsports Racing JMR mischte zwischenzeitlich an der Spitze mit, doch ein Einschlag in den "Esses" vereitelte mehr. Christopher Mies musste den Ford Mustang GT3 von HRT Ford Racing nach 3 Runden und einem unschönen Wildlife-Kontakt früh abstellen.
Die nächste Runde der IGTC findet Mitte Mai mit den 24 Stunden vom Nürburgring statt.
Verfasst von Timo Schumacher. Veröffentlicht in Australische GT
Die aktuelle Entry List für die Meguiars's 12 Stunden von Bathurst umfasst 35 Fahrzeuge. Die 35 Fahrzuege verteilen sich auf 12 Hersteller mit 115 Fahrern aus 22 Nationalitäten. 9 vorherige Sieger sind mit vertreten.
Mit 15 Startern ist die GT3 Pro-Klasse mit Abstand am besten aufgestellt - gut für viel Spannung beim Kampf um den Gesamtsieg. An dieser Stelle wollen wir vor allem die deutschsprachigen Fahrer hervorheben. 6 Mercedes-AMG GT3 Evo stehen dabei an der Spitze: Die drei Mercedes-AMG Teams Tigani Motorsport (mit Fabian Schiller und Philip Ellis), Craft Bamboo Racing (Maximilian Götz und Lucas Auer) und GMR (Maro Engel), sowie 75 Express (Luca Stolz), Grove Racing und Scott Taylor Motorsport. 2 BMW M4 GT3 Evo kommen vom belgischen Team WRT (mit unter anderem Valentino Rossi). Ebenfalls 2 Porsche 911 GT3 R (992) werden erwartet von EBM (Ricardo Feller, Laurin Heinrich, Klaus Bachler) sowie Absolute Racing. Je 1 Audi R8 LMS GT3 Evo II kommt von Jamec Racing/Team MPC (Christopher Haase), 1 Chevrolet Corvette Z06 GT3.R von Johor Motorsports Racing JMR, 1 Ferrari 296 GT3 von Arise Racing GT, 1 Ford Mustang GT3 von HRT Ford Racing (deutsches Team, mit Christopher Mies), sowie 1 McLaren 720S GT3 Evo von Optimum Motorsport (Marvin Kirchhofer). Das recht große Pro-Feld glänzt dabei nicht nur mit deutschen Spitzen-Fahrern, sondern hat auch mit anderen Nationen groß aufgefahren: man schaue sich die Besatzung der Corvette an (Alexander Sims, Nicky Catsburg, Earl Bamber), des Ferraris (Jaxon Evans, Davide Rigon, Daniel Serra) oder die beiden WRT-BMWs (Jordan Pepper, Kelvin van der Linde, Charles Weerts sowie Augusto Farfus, Raffaele Marciello, Valentino Rossi). Für mehr gerne in der Entry List stöbern.
Neben der Pro- gibt es mit McLaren und Mercedes-AMG noch 2 weitere Starter in der Silber-Klasse, 4 in der Pro-Am mit Aston Martin, Audi, Chevrolet und Mercedes-AMG. Vervollständigt werden die GT3s von 10 Fahrzeugen in der Bronze-Wertung: 3x Porsche (darunter Herberth Motorsport mit Ralf Bohn sowie Robert und Alfred Renauer), 2x Audi, 2x Mercedes-AMG, 1x BMW (Team KRC mit Max Hesse), 1x Ferrari und 1x Lamborghini.
Hinzu kommen mit dem KTM X-Bow GT2 und dem IRC GT 2 Fahrzeuge aus der Invitational-Klasse, und mit Aston Martin Vantage GT4 und McLaren Artura GT4 2 aus der GT4-Klasse.
Die Action beginnt auf der Strecke am Donnerstag. Nach deutscher Zeit sollte das Qualifying am Samstag um 6:15 Uhr morgens stattfinden. Das 12 Stunden Rennen startet nach deutscher Zeit Samstag Abend um 19:45 Uhr. Was für Australien ein typischer Rennstart kurz vor Sonnenaufgang ist, findet in Deutschland in der Nacht bis Sonntag Morgen statt.