Porsche 963

963frontAm vergangenen Freitag hat Porsche in Goodwood den neuen LMDh-Prototypen offiziell vorgestellt und dabei letzte Einzelheiten zu Technik, Fahrerbesatzungen und ersten Kundenteams verlauten lassen. In Anbetracht des vergangenen Rennwochenendes kommen wir erst jetzt zu einer Zusammenfassung die dabei allerdings auch das gesamte Bild beleuchtet.

In Anlehnung an einen der erfolgreichsten Porsche Kundensport-Prototypen des letzten Jahrhunderts hat der LMDh die simple Bezeichnung 963 bekommen. An den erfolgreichen Porsche 962 aus Gruppe C-Zeiten erinnert unter anderem das Scheinwerfer-Frontdesign. Befeuert wird der 963 von einem 4,2l Biturbo V8 der auf dem Triebwerk des Porsche 918 Spyder Hybrid basiert, der seinerseits auf dem Triebwerk des Porsche RS Spyder LMP2 basierte. Damit hat man eine deutlich andere Basis als den Porsche 919 Hybrid herangezogen, der als letzter Top-Prototyp von Porsche einen 2l V4-Motor mit einem zentralen Turbo als Befeuerung aufwies. Ausgestattet wird der Antriebsstrang des 963 mit dem vorgeschriebenen Einheits-Hybridsystem das einen Motor-Generator von Bosch, eine Batterie von Williams Advanced Engineering und ein X-Trac 7-gang-getriebe umfasst. Die Maximale Ausgangsleistung ist auf 670PS begrenzt.

963schrägDas Chassis stammt wie bereits seit längerem bekannt von Multimatic und wird auch die Basis des neuen LMP2-Gerätes der kanadischen Schmiede bilden. Michelin wird die Reifen für das neue Gefährt liefern. Weitere Partner sind ExxonMobil mit der Marke Mobil1, Softwarespezialist Ansys, die Penske Corporation, TAG-Heuer als offizieller Timing-Partner, Hugo Boss und Puma.

Zum LMDh-Programm der Weissacher ist bereits im Vorfeld bekannt gegeben worden, das Penske das offizielle Werksteam mit einem Doppelprogramm in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft und der IMSA-WeatherTech SportsCar Championship mit je 2 Wagen bestreiten wird. Dazu wird das WEC-Team in Mannheim in einem ehemaligen Porsche-Zentrum von Penske Automotive und das IMSA-Team in Mooresville im US-Bundesstaat North Carolina seine Basis finden.

963sideDas offizielle Renndebüt soll in der IMSA im Rahmen der 24 Stunden von Daytona 2023 steigen. Inoffiziell peilt man einen ersten Piloteinsatz des Wagens beim FIA Langstrecken Weltmeisterschaft-Finale der laufenden Saison in Bahrain an. Dort soll der 963 erste Daten für die Hypercar BoP 2023 liefern und einen ersten, noch nicht punkteberechtigten Einsatz in der WM absolvieren.

963testFür das Werksprogramm steht ein 8-köpfiger Fahrerkader bereit. Neben den beiden Penske-Stammpiloten Dane Cameron und Felipe Nasr sowie dem aus dem Formel E-Programm wechselnden André Lotterer, der bereits im letzten LMP1-Jahr Porsches Teil des Werksfahrerkaders war, wechseln Kévin Estre, Michael Christensen, Laurens Vanthoor, Matt Campbell, Mathieu Jaminet und Frederic Markowiecki aus dem GTE-Programm in die gesamtsiegfähige LMDh-Klasse. Fred Markowiecki war dabei als Entwicklungsfahrer von Anfang an in die ersten Rollouts und die gesamte Fahrzeugentwicklung eingebunden.

Das Team in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft wird von General Manager Bernhard Demmer und Teammanager Francis Schammo geleitet. In der IMSA zeichnet Joel Svensson als Teammanager verantwortlich. Als Managing Director des Werksteams Porsche Penske Motorsport fungiert Jonathan Diuguid.

963barcelonaWas Porsche von allen anderen Mitbewerbern in der Hypercar-Kategorie und der neuen LMDh-Subklasse abhebt ist die Tatsache das man von Anfang an neben dem Werks-Programm durch Porsche Penske Motorsport auch Kundenprogramme mit dem 963 plant. In der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft wird gleich im ersten Jahr mit dem Team Jota eine weitere hoch potente Mannschaft die Top-Klasse beleben in der dann bis zu 4 Porsches Toyota , Glickenhaus, und Peugeot Paroli bieten sollen. Die Mannschaft der beiden Teammanager Sam Hignett und David Clark spannt dabei mit Porsches bisherigem Hauptsponsor Hertz und dem Haushaltswarenkonzern Singer Group als Sponsoren zusammen um ein 2-Wagen-programm in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft auf die Räder zu stellen. In der IMSA hat sich bereits JDC Miller Motorsports als Einsatzteam eines priivaten 963 geoutet. Ein weiteres in der IMSA-WeatherTech SportsCar Championship 2023 engagiertes Team, bei dem es sich laut in der Regel gut informierten Quellen um eine europäische Mannschaft handeln soll, soll in den kommenden Tagen als Einsatzmannschaft des vierten und letzten privaten 963 für 2023 bekannt gegeben werden.

NLS 4 erwartet 122 Starter

Die Nennliste für den geplanten vierten Saisonlauf der Nürburgring Langstrecken Serie (eigentlich den dritten), dem 45. RCM DMV Grenzlandrennen ist am Dienstag veröffentlicht worden. Von 160 Teilnehmern bei Lauf 3, der ja noch von vielen Teilnehmern in Vorbereitung des 24 Stunden Rennen am Nürburgring bestritten werden musste schrumpft das Feld auf nur noch 122 angekündigte Wagen zusammen. Dies ist allerdings für das jeweils erste Rennen nach den 24h nichts ungewöhnliches.

Von 25 GT3 beim letzten Lauf schrumpft die Top-Klasse auf 15 Autos zusammen. 5 Mercedes AMG GT3 der Teams Schnitzelalm (2 Autos - u.a mit dem Duo Schreiner/Terting auf einem AMG), GetSpeed Performance, Haupt Racing Team und Landgraf gehen gegen 5 Audi (2* Phoenix, 2* Lionspeed und RaceIng), 4 BMW (3*Walkenhorst und ein Werks-BMW für Jens Klingmann und Sheldon van der Linde) sowie ein Prosport Racing Aston Martin mit leicht eingebremsten BoP-Kennzahlen (+5kg, -15PS) bilden das Top-Feld.

Bezüglich der Sportwagenrelevanten Top-Klassen ist einiges an Fluktuation zu verzeichnen. So startet zum Beispiel kein eiziges SPX-Fahrzeug mehr während mit einem SP-Pro Lexus LC von Toyota Gazoo-Racing erstmals auch diese Klasse wieder in diesem Jahr besetzt ist. In der SP2T startet ein Peugeot RCZ. In der SP4-klasse wird erstmals ein Toyota GR86 erwartet während die H4-Klasse gleich ein Duell zweier BMW-Teams erwartet. Bei den SP7-Porsches sind 3 Wagen am Start. Hinzu kommt noch lediglich ein SP8T BMW M4 GT4 für die BMW-Junioren Hesse, Verhagen und Harper. 3 SP10 GT34 (Black Falcon Cayman vs. Prosport Racing Aston Martin vs. Waldow-AMG) werden ein GT4-Triell im Rahmen des Wochenendes austragen.

Bei den Produktionswagen erwartet man 4 V6 Caymans, 6 V5 Caymans, einen VT3 Cayman, 10 (VT2F) und 9 (VT2H) Wagen in den beiden VT2-Klassen und den AT Subaru des Teams von Tim Schrick als einzigen teilweise alternativ angetriebenen Wagen im Feld. Bei den CUP-Klassen beträgen die Kontingente bei Lauf 4 14 CUP2-Porsches, 14 Cup3-Caymans, 8 BMW M240i, 4 M2-CS, 3 TCR und 2 CUPX-KTM´s. OPC-Opels sucht man bei dieser Veranstaltung vergebens.

Die Rennaction beginnt wieder am Samstag um 8.30 Uhr mit dem bis 10 Uhr angesetzten Qualifying. Um 12 beginnt das Rennen das sich wie gehabt über 4 Stunden Dauer erstreckt und auf der Nürburgring Langstrecken Serien-Webseite sowie auf Youtube live verfolgt werden kann.

ADAC GT Masters 2022 – Preview Zandvoort

Am kommenden Wochenende, vom 24. bis 26. Juni, findet das dritte Event des diesjährigen ADAC GT Masters auf dem niederländischen Kurs von Zandvoort, unweit Amsterdam, statt.
GTM RBR Q2 Schubert10 revGenau wie beim letzten Rennwochenende in Spielberg, haben wir auch in den Dünen von Zandvoort, neue und zugleich überraschende Tabellenführer: Niklas Krütten und Ben Green, Piloten des #10 Team Schubert Motorsport BMW M4 GT3.
Aber die Abstände zur Konkurrenz sind gering. Nur drei Punkte dahinter liegt Jusuf Owega, der für Montaplast by Land-Motorsport wieder mit Ricardo Feller im Audi R8 LMS GT3 Evo II #29 startet.
Der aktuelle Titelverteidiger aus der Schweiz, der am letzten Sonntag seinen Premierensieg bei der DTM in Imola feiern konnte, hat im vergangenen Jahr mit Christopher Mies, das Samstagsrennen in Zandvoort gewonnen. Mit fünf Siegen ist Audi ganz nebenbei, die erfolgreichste Marke in Zandvoort. Drei der vergangenen vier Rennen gingen an die Ingolstädter.

Dahinter dann Jonathan Aberdein und Raffaele Marciello mit dem Mercedes-AMG GT3 Evo #48 vom MANN-FILTER Team Landgraf.
Gefolgt werden die beiden in der Punktetabelle vom zweiten Schubert BMW, der #20 mit Nicky Catsburg und Jesse Krohn.
Die Gesamtfünften, Christian Engelhart und Ayhancan Güven, im Porsche 911 GT3 R #91 vom Team Joos Sportwagentechnik, wollen nach zwei Podiumsplatzierungen auf dem Red Bull Ring auch in Zandvoort wieder kräftig punkten.
Erstaunlich ist, dass die ersten fünf Piloten innerhalb von nur zehn Punkten liegen. Ein Beweis für die Ausgewogenheit und das sehr hohe Niveau in der Internationalen Deutschen GT-Meisterschaft.
Zandvoort Arie Luyendyk BochtDer Circuit Zandvoort ist auch nach seinem, durch den Erfolg von Max Verstappen in der Formel 1 getriggerten Umbau im Jahr 2020, ein Kurs alter Schule geblieben. Fehler werden hier noch gnadenlos bestraft. Ein Ausritt endet fast immer in einem Kiesbett.
Besonders spektakulär sind aber auch die beiden um 18 Grad überhöhten Steilkurven „Hugenholtz Bocht“, hinter dem Fahrerlager und „Arie Luyendyk Bocht“, die auf die Start- und Zielgerade führt.Vermeulen 33


Zwei Fahrer bestreiten in Zandvoort ihr Heimrennen. Nicky Catsburg, BMW Werksfahrer in Diensten von Torsten Schubert und Thierry Vermeulen, dem 19-jährigen Sohn von Verstappen Manager Raymond Vermeulen, der sich den Car Collection Motorsport Audi R8 LMS GT3 evo II mit Audi Sport Fahrer Mattia Drudi teilt.

Maxi Götz Champion 2012


Seine Rückkehr in das ADAC GT Masters feiert ein ehemaliger Champion. Maximilian Götz, Meister von 2012, wird im Mercedes-AMG GT3 Evo von Madpanda Motorsport an den Start gehen. Er ersetzt den bisherigen Stammfahrer Jannes Fittje und soll mit seiner großen Erfahrung, dem in diesem Jahr neu ins GT Masters eingestiegenen spanischen Team um Ezequiel Perez Companc, bei der Weiterentwicklung helfen.

Madpanda #90
Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Saisonrennen 5 und 6 von 14
Streckenlänge: 4.259 Meter
Layout: 14 Kurven (zehn Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2021, Rennen 1: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS Evo)
Sieger 2021, Rennen 2: Charles Weerts/Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS Evo)


ADAC GT Masters in Zandvoort im TV und im Stream:
Alle Rennen des ADAC GT Masters starten um 13 Uhr.
Der TV-Sender NITRO präsentiert die Läufe ab 12:30 Uhr live.
Auf RTL+, der führenden Streaming Plattform Deutschlands, können die Rennen live verfolgt oder anschließend in der Mediathek abgerufen werden.
Die Qualifyings sind bei sport.de und adac.de/motorsport zu sehen.

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