Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Nürburgring Nordschleife (24h & VLN)
135 Wagen stehen auf der gestern bekannt gegebenen Nennliste des ersten Laufs der Nürburgring Langstrecken Serie 2022, der 67.ten ADAC Westfahlenfahrt des ADAC-Westfalen e.V. Auch wenn langjährige Nordschleifen-Puristen mittlerweile die scheinbar geringe Zahl an Startern bemängeln fällt bei genauer Betrachtung auf das dies gerade mal 11 Teams weniger wie zum Saisonauftakt der Serie 2021 sind. Die Gründe für den Rückgang sind schnell benannt: wie schon 2021 überschneidet sich die Auftaktrunde mit den 12h von Mugello der Creventic-Serie bei der 7 deutsche und 5 schweizer Mannschaften - nicht wenige davon mit Nordschleifenbezug – am Start sind. Und während 2021 die Auftaktrunde am Ring wegen anhaltender Schneefälle komplett ausfiel (weswegen die exakte Zahl der Starter am Ende ungewiss war) kamen die Teams in der Toscana wenigstens in Fahrgenuss. Daneben hat es auch einige Umschichtungen im Feld gegeben, weswegen wir uns die Freiheit erlauben das projektierte Feld für den Auftakt am Samstag mal mit dem angekündigten Auftaktfeld vor einem Jahr zu vergleichen.
In der Top-Klasse der SP9/GT3 werden 22 Fahrzeuge (Vorjahr: 28; -6) erwartet. Dies sind im Einzelnen 6 Audi R8 LMS GT3 (2*Phoenix; 2* Car-Collection, Lionspeed byCC und Land) je 5 Porsche 991 GT3 R (2* Falken; Manthey, Huber & KCMG) und BMW M4-GT3 (3x Walkenhorst; Schubert und das BMW Junior Team), 4 Mercedes AMG GT3 (2* Haupt Racing Team, Landgraf und Schnitzelalm Racing) ein Aston Martin Vantage AMR GT3 der Prosport Racing Mannschaft und ein Lamborghini Huracán GT3 evo von Konrad Motorsport. Interessant dabei ist das sowohl Car Collection als auch Phoenix gleichzeitig Nennungen in Mugello an diesem Wochenende betreuen. Hinzukommen 2 SP-X KTM GT2 (0/+2) während die SP-Pro-Klasse nicht besetzt ist.
In der Top-Klasse fehlen somit gegenüber dem Vorjahr die Teams von GetSpeed Performance, Frikadelli Racing Team (startet nur noch im Porsche Endurance Cup), HCB Rutronik Racing und ROWE Racing. FFF Racing ist immer noch vom Hankook-Abenteuer im Vorjahr tief beeindruckt während man das angekündigte Octane 126-Engagement ebenso vermisst wie die Ferraris von Racing One und dem Wochenspiegel Team Monschau.
Während in der SP7 wie im Vorjahr 4 Starter verzeichnet sind, hat es in der CUP2-Klasse dank der neu eingerichteten Porsche Endurance Trophy Nürburgring eine regelrechte Starterexplosion gegeben. Von einem Auto im Vorjahr ist die Anzahl auf 13 gestiegen. In der SP10-Klasse der GT4 sinkt die Starterzahl von 6 auf 4. Hinzu kommen 4 weitere Wagen in der SP8T (Vorjahr 1 ; +3) während die SP8 (Vorjahr 2 Starter) komplett fehlt.
Zu den Rennwagen von der Stange: Neben der Blüte der CUP2 fällt auf, das die BMW M240i-Klasse mit 8 Teilnehmern deutlich stärker wie 2021 (4; +4) besetzt ist. Dafür schwächelt nun der neue M2 CS-Cup der nur 6 Teilnehmer (11; -5) aufweist. In der CUPX sind 3 KTM (8;-5) verzeichnet und im ebenfalls zur Porsche Endurance Trophy gehörenden Cayman Cup sind es 13 (16;-3). Rechnet man die 3 TCR (4; -1) hinzu - wie wir es jedes Jahr machen - kommt man auf 46 Autos von der Stange. Das sind 2 mehr wie im Vorjahr und macht somit 34% - also genau ein Drittel – des Feldes aus.
Bei den V-Klassen gibt es mittlerweile den Fakt das die populäre VT2-Klasse in 2 Unterkategorien mit Front- und Allrad-/Heckantrieb mit je 10 bzw. 11 Startern aufgeteilt worden ist. Damit bekommen die VT2 Teilnehmer jetzt doch weniger Punkte für einen Klassensieg was den Titelkampf der lange als potentielle Gesamtmeisterklasse gehypten neuen Kategorie nun schwieriger gestalten dürfte. Insgesamt sind es damit 21 Wagen während im Vorjahr noch 17 Autos verzeichnet wurden. Daneben gibt es 3 V6, 6 V5 und 2 VT3-Porsches (Vorjahr: 2/4/2) sowie lediglich nur noch 7 V4-BMW (13; -6). Damit macht das Feld der Produktionsserienwagen insgesamt 39 Autos oder 29% des Feldes aus.
Hinzu kommen 2 Wagen in der AT-Klasse (Vorjahr 0), während sowohl die Gruppe H, deren Starter nun sämtlichst in der SP3 starten, sowie die letztes Jahr noch in der SP3T startenden TCR-Wagen kaum noch zu finden sind.
Die Rennaction am Ring startet mit den Vortests am Freitag. Der Stream vom Ring ist am Samstag ab etwa halb 9 mit dem Beginn des Qualifyings aktiv, während es wie gehabt um 12 Uhr mit dem Rennen losgehen soll. Es sei denn die Wetterunbilden des Rings schlagen wieder einmal zu......
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in ADAC GT Masters

Das Pilotenduo Simon Reicher und Norbert Siedler steigt 2022 unter eigenem Label ins GT-Masters ein. Nachdem der erste Ansatz 2020 nach einer erfolgreichen GTC-Saison Reichers 2019 der Corona-Pandemie zum Opfer fiel, hatte man erst 2021 mit dem anvisierten Partner YACO-Racing eine erste volle gemeinsame Saison absolvieren können, die man mit 12 von 14 Rennen bestritt und auf dem 37.Platz der Fahrerwertung abschloss. Nun soll das Duo mit einem eigenen Team ins Seriengeschehen eingreifen.
Unter dem Namen Eastalent-Racing, im Dezember 2021 gegründet, hat Peter Reicher, der Vater von Simon, eine eigene Mannschaft aus der Taufe gehoben die 2022 die gesamte Saison mit einem brandneuen Audi R8 LMS GT3 Evo II in Angriff nehmen will. Der neue Wagen wird zwar erst zum Testwochenende der Serie in Oschersleben erwartet, soll dann aber der neu zusammen gestellten Mannschaft viele Erfahrungs- und Testkilometer liefern mit denen man im ersten Saisonjahr Anschluss an die etablierten Top-Teams der Serie finden will.
Der 39-jährige GT- und Sportwagen-Allrounder Norbert Siedler war unter anderem 2011 Vizemeister im Porsche Mobil1 Supercup und 2019 Vizemeister in der GT-Open. Für Simon Reicher steht der Titel in der DMV-GTC 2019 zu Buche. Das österreichische Team wird mit Sicherheit ein Farbtupfer im Masters werden.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Kann die FIA BoP? Das ist eine spontane Frage die sich stellt wenn man sich die LMP1-Ergebnisse der letzten Jahre im Detail anschaut. Die 1000 Meilen von Sebring lieferten am vergangenen Freitag einen weiteren Beleg für eine mögliche Antwort auf dieses Frage, die allerdings nicht sehr schmeichelhaft für den Verband ausfiel.
Im Vorfeld des Rennens hatte Toyota bereits einige Einschränkungen hinnehmen müssen. Zusätzlich zu den Leistungskürzungen der letzten Saison mussten die Japaner 30kg einladen (von 1040 auf 1070kg) und bekamen ihre Systemleistung um 14 kW auf 506 Kw gekürzt, während die Glickenhaus Mannschaft für ihr Hybrid-loses Hypercar weiterhin 520 Kw nutzen konnte und die Alpine Crew auf 430 kW abgeregelt wurde. Bei den Energiemengen die pro Stint zulässig waren betrugen die Zahlen 898 Megajoule für Toyota (statt zuvor 909 MJ) , 910 MJ für den Glickenhaus und 797 MJ für die Alpine. Am meisten hinderte aber die Aufnahme der Hybrid-Aktivierungsschwelle die Japaner. Statt bei Tempo 120 wurde der neu als BoP-Parameter benutzte Schwellwert erst bei 190 Kmh angesetzt, was dazu führte das Toyota nur eine Kurve – die schnelle Turn 1 – mit Hilfe der Allradpower des Hybridsystems durchkreuzen konnte.
Ein Blick auf die Rundenzeiten zeigt, das das Top-Level der Alpine von den Toyotas aber auch vom Glickenhaus nicht annähernd erreicht werden konnte. Die Alpine-Piloten konnten sich mit ihren in der Konsequenz 1s schnelleren Rundenzeiten sogar eine höhere Streuung der Rundenschnitte leisten. Toyota´s Piloten hatten die deutlich homogeneren Rundenzeiten, kämpften aber gegenüber der Alpine letztlich mit stumpfen Waffen. Wahrscheinlich wäre man sogar noch hinter die Glickenhaus-Mannschaft zurückgefallen, hätte diese nicht den Fehler begangen Romain Dumas in seinem ersten Stint mit falschen Reifendrücken auf die Strecke zuschicken. Was mit richtig aufgepumpten Schlappen möglich war, demonstrierte Dumas in seinem zweiten Stint der im Schnitt etwa 1 1/2s schneller als sein erster ausfiel.
Toyota kann sich trösten das mit dem Speed von José Maria Lopez zumindest ein Doppelpodium im Reichweite lag; einzig an seiner Konzentration muss der Argentinier für die nächsten Runden noch arbeiten. 2 Fehler waren am Ende 2 zuviel – zumal wenn man bedenkt das in der Konsequenz zum ersten Mal ein Toyota das Rennen auf dem Dach liegend beendete.
Speziell mit der Begrenzung der Hybridaktivierung um einen nicht unwesentlichen Betrag scheint die FIA das Ziel Toyota einzubremsen überrissen zu haben. Während man Alpine in der vergangenen Saison trotz offensichtlicher Performance-Defizite BoP-mässig lange im Regen stehen liess, muss die französische Werksmannschaft, der erst als fünfter Mannschaft nach Toyota , Porsche Audi und Rebellion Racing ein Sieg in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft gelang, sich nun vorhalten lassen den Sieg nun gegen nicht gleichwertig eingestufte Gegner errungen zu haben. Für die nächsten Läufe ist angesichts der nun publik gewordenen Zahlen den Reglementshütern ein etwas glücklicheres Händchen bei der Definition der Parameter zu wünschen.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Mit dem ersten Gesamtsieg für das Alpine Elf Team ist am Freitag die zweite Ausgabe der 1000 Meilen von Sebring im Rahmen des Super-Sebring-Weekends, der Saisonauftakt der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) zu Ende gegangen. Das Pilotentrio André Negrao, Nicolas Lapierre und Matthieu Vaxiviere wurde auf seinem „Grandfathered-LMP1“ nach der wetterbedingt verkürzten Distanz von 194 Runden mit einem Vorsprung von 37s auf den Toyota GR010 LMH von Sebastian Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa als Sieger gewertet. Das Podium komplettierte bei seinem ersten Heimrennen in der WM das US-amerikanische Glickenhaus Racing Team mit dem Pilotentrio Oliver Pla, Romain Dumas und Ryan Briscoe, das mit einer Runde Rückstand gewertet wurde.
Angesichts der Rennumstände waren die Abstände allerdings am Ende irrelevant. Das Rennen wurde etwa eine Dreiviertelstunde vor Ablauf der auf 8h limitierten Renndistanz mit der insgesamt schon dritten roten Flagge des Laufs – auch dies ein Unikum in der Geschichte der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft - endgültig abgebrochen. Eine herannahende Gewitterfront hatte schon 45 Minuten zuvor zu einem Abbruch geführt, den die Rennleitung zunächst zurücknahm weil es den Anschein hatte als würde die Gewitterzelle an der Strecke vorbei ziehen. Neuerliche Blitze aus dem sich dramatisch verdunkelnden Himmel machten noch während dem Startprozedere hinter dem Safetycar dann allerdings den Abbruch unvermeidlich. Bemerkenswert: auch schon die erste Ausgabe des Rennens 2019 war seinerzeit unter stark regnerischen Bedingungen zu Ende gegangen.
Die Alpine-Mannschaft profitierte bei ihrem ersten Triumph in der Top-Klasse von einer neuen BoP für die Toyotas bei der erstmals der Einsatz der Hybrid-Zusatzleistung als Parameter geschwindigkeitsbedingt heraufgesetzt worden war. Statt wie bislang bei Tempo 120 war die Zusatzleistung in Sebring erst ab Tempo 180 zuschaltbar. Dadurch hatten die Toyota vom Speed her gegen die Alpine nichts mehr zu melden und fielen im Qualifying sogar teils hinter die schnellsten Oreca von United Autosports zurück. Im Rennen hatte man zwar gegen die kleinere Klasse bessere Karten allerdings fand man gegen den Speed des alten, gleichfalls herabgeregelten LMP1 jedoch trotz längerer Reichweite keine Antwort. Toyota war permanent unter Druck und verlor nach 2 Fehlern von José Maria Lopez sogar ein Auto als Totalschaden.
Der Argentinier blieb in der Fangio-Schikane am zu überrundenden #88 GTE-Am Proton Dempsey-Porsche hängen und drehte sich in die Reifenstapel. Auf dem viel zu schnell angetretenen Rückweg zur Box blockierte ihm schließlich die beschädigte Fronthaube die Lenkung was nach einem erneuten Einschlag in die Reifenstapel für den Toyota auf dem Dach liegend endete. Lopez überstand den ersten schweren Unfall eines LMH-Hypercars geschüttelt aber ungerührt – für seine Crew war jedoch das Rennen augenblicklich beendet. Zudem wurde nach dem Crash zur Bergung des Hybrid-Wracks die erste rote Flagge des Rennens ausgerufen.
In der LMP2-Klasse sorgte die doppelte rote Flagge zu Rennende für ein ordentlich durchgeschütteltes Endreglement. Mit dem lange im Rennen führenden #23 United Autosports Oreca #23 von Paul di Resta, Oliver Jarvis und dem erst 16 jährigen Joshua Pearson gab es zumindest ein verdientes Siegerteam, wobei der britische Youngster zum jüngsten Rennsieger in der Geschichte der WM avancierte. Dahinter kamen im Rahmen der Tankstopporgie zwischen den Red-Flaggs 2 und 3 der Team WRT-Oreca von René Rast, Robin Frijns und Sean Gelael und der Realteam by WRT Wagen von Ferdinand Habsburg, Norman Nato und Rui Andrade auf die Podiumsränge. Die ebenfalls lange führende zweite United-Crew auf der #22 fiel wegen Gripproblemen in der zweiten Rennhälfte zurück. Technische Probleme bremsten zudem sowohl den Vector Sport Oreca von Nico Müller als auch den Inter-Europol Competition Oreca ein.
In der GTE-Pro Klasse lief es nachdem Ferrari wohl mit der BoP haderte an der Spitze auf ein Duell der beiden Porsche gegen die Newcomer von Corvette hinaus. Am Ende triumphierte das Porsche Duo Michael Christensen und Kevin Estré vor der Corvette-Besatzung Milner/Tandy und dem zweiten Porsche Duo Bruni/Lietz.
Aston Martin war dagegen in der GTE-Am-Klasse in Sebring am Besten aufgestellt. Nach einer Dreifachführung zu Rennbeginn lief am Ende der Northwest AMR Vantage von Paul dalla Lana, David Pittard und Nicki Thiim an der Spitze des Feldes ein. Die Markenkollegen des TF-Sport Team holten mit Ben Keating, Marco Sörensen und Florian Latorre den Doppelsieg für den diese Saison nur noch in der AM-Klasse im Feld vertretenen britischen Hersteller. Unter den restlichen Mannschaften konnte sich die Project 1-Crew mit dem von der Inception Racing Crew Brendan Iribe, Olliver Millroy und Ben Barnicoat bemannten #56 911er den letzten Podiumsrang sichern. Die Teamkollegen in der deutschen Mannschaft mussten nach einem Dreher mit Reifenstapel-Anschlag mit dem #46 Porsche schon vor der Rennmitte die Segel streichen.
Der Rennbericht auf unseren Seiten kann unter diesem Link eingesehen werden. Der nächste Lauf findet am 5.-7 Mai in Spa-Francorchamps statt.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in ADAC GT Masters
Schubert Motorsport hat in den letzten Tagen die Besatzungen für seine beiden Hauptprogramme in der deutschen GT-Szene bekannt gegeben. Im ADAC GT-Masters werden die beiden Pilotenpaarungen Jesse Krohn und Nicky Catsburg in einem reinem Werkspiloten-Auto sowie Niklas Krütten und Ben Green in einem Wagen für die Juniorwertung ins Rennen geschickt. Der Trierer Krütten kommt als LMP3-Vizemeister der Europäischen Le Mans Serie ins Team während Ben Green aktueller Champion der DTM-Trophy ist.
In der DTM wird Schubert ebenfalls wie auch im Masters 2 der neuen BMW M4-GT3 zum Einsatz bringen. Hier sollen Philipp Eng und Sheldon van der Linde für Schubert die Kohlen aus dem Feuer holen. Van der Linde fuhr bereits letztes Jahr für ROWE Racing in der deutschen Traditionssprintserie.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Toyota hat gegenüber unseren Kollegen von Sportscar 365 in Sebring klargestellt das man für die Updates am GR010 Hypercar keines der 5 vorgesehenen Joker-Updates verwendet hat. Dies ist offenbar ein Zugeständnis das man von Seiten ACO/FIA gegenüber Toyota gemacht hat, nachdem im Vorfeld der Saison 2021 das Reglement in Hinblick auf die Einführung der LMDh geändert wurde und deswegen das Gewicht der Hypercars von 1100kg um 70kg verringert wurde. Um eine optimale Gewichtsverteilung der 1100kg zu erreichen hatte man bei Toyota Ballastgewicht einpacken müssen das vornehmlich auf der Vorderachse wirkte und daher an Vorder und Hinterachse gleich grosse Räder erforderte. Mit der kurzfristig aufgrund der erfolgten Homologation nicht mehr aufzufangenden Gewichtsreduktion wurden nun die unterschiedlich grossen Raddimensionen an beiden Achsen wieder bevorzugt , was die diesjährigen Änderungen am LMH-Einsatzwagen erklärt.
In den 4 Testsessions im Rahmen des Prologs in Sebring ging übrigens nur eine Bestzeit an die japanisch/kölnische Einsatztruppe. Die 3 übrigen Sessions holten sich mit dem Prema Orlen Team, dem Realteam by Belgian Audi Club Team WRT und dem #22 United Autosports Oreca 3 LMP2-Mannschaften. Die Nervösität bei Toyota wird allerdings angesichts der Tatsache, das der letztjährige Prolog mit dem selben Bild begann, begrenzt sein. Auch wenn man auf die Schnelle vom ACO mit einer zusätzlichen BoP-Einschränkung bedacht wurde. Demnach dürfen die Hybridantriebe nur noch ab Tempo 190 statt wie bisher ab Tempo 120 zum Einsatz kommen.
Bei Glickenhaus wurde am Vortag noch am Motor gearbeitet damit dieser mit der neuen Treibstoff-Spezifikation klar kommt. Der neue Sprit der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft 2022 von Total basiert auf einem vergorenen Weintrester-Extrat und ist aufgrund seines hohen Bioethanol-Gehalts weitestgehend CO2-neutral produziert. Das Extrat wird zudem mit biologisch produziertem Ethyl-Tertiär-Butyl-Ether (ETBT) als Antiklopfmittel versetzt und lediglich mit einigen synthetischen Additiven versetzt.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in WT-USCC-Serie ( IMSA )
Mit einem Feld von 53 Wagen – 7 DPi, 8 LMP2, 10 LMP3, 11 GTD-Pro und 17 GTD - soll am kommenden Samstag die 70.ste Ausgabe der 12h von Sebring über die Bühne gehen. Das amerikanische Traditionsrennen steht daher nach einem Mini-Feld mit 37 Wagen im noch Corona-beeinflussten Vorjahr vor einer Renaissance. Man muss schon 8 Jahre bis 2014 zurückblättern um ein noch grösseres Feld für das zweitlängste IMSA-Rennen nach den 24h von Daytona zu finden; seinerzeit waren sogar 62 Wagen im Starterfeld zu finden! Allerdings verliert man genau betrachtet gegenüber dem Klassiker in Daytona 8 Wagen die allerdings auf die fehlenden Internationalen Teilnehmer zurück zu führen sind. Von denen startet allerdings ein Teil schon am freitag beim 8h-Rennen der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft.
Keine Änderungen (ausser die gegenüber Daytona fehlenden vierten Fahrer) gibt es beim Top-Feld der um den Gesamtsieg fahrenden Dpi-Mannschaften bei denen erneut 5 Cadillac gegen 2 Acura fahren und bei denen Mike Rockenfeller auf dem Ally Cadillac erneut der einzige deutschsprachige Pilot ist.
Bei den LMP2-Crews fehlen gegenüber Daytona die beiden Oreca von G-Drive by Algarve Pro aus hinreichend bekannten Gründen. In Sebring sind in dieser Klasse keine deutschsprachigen Piloten am Start. Dafür wächst das LMP3-Feld um einen Wagen an. Die deutschsprachige Truppe von Mühlner Motorsport hat nur einen Duqueine M30-D08 LMP3 genannt Moritz Kranz und der Belgier Ugo de Wilde den Dominikanischen Piloten Efrin Castro unterstützen. Zweiter deutschsprachiger Teilnehmer ist Lars Kern auf dem oben abgebildeten gelben AWA Duqueine LMP3. Die 4 Duqueine-Crews im Feld sinnen hier auf eine Revanche, nachdem Ligier im Endergebbnis von Daytona einen 4-fach Sieg in der Klasse erringen konnte.
11 Nennungen weist die GTD-Pro-Klasse auf, in der Corvette wegen des Engagements mit einem weiteren Wagen in der WEC lediglich mit einem Auto vertreten ist. Neben der Corvette und 2 BMW M4-GT3 sowie 2 Porsche von Pfaff Motorsports und Weather Tech Racing starten je ein Aston Martin, Lexus, Ferrari, Lamborgini Acura und AMG in der nun ranghöchsten Produktionssportwagen-Klasse der Serie, die seit Daytona nicht mehr mit GTE sondern mit GT3-Fahrzeugen ausgefahren wird. Philipp Eng und Marco Wittmann im Rahal-Letterman-Lanigan Racing BMW mit der #24 und Maro Engel im #97 Weather Tech Mercedes AMG GT3 sind die Piloten denen hierzulande wohl die meisten Fans die Daumen drücken werden.
Hinzu kommen 3 weitere AMG, 2 weitere Porsche, BMW, Ferrari, McLaren, Aston Martin und Lamborghini, sowie je ein weiterer Acura und Lexus die in der GTD-Klasse um das Klassenpodium beim Klassiker fahren werden. Hierzulande dürften DTM-Champion Maximilian Götz im Allegra Motorsports AMG, Marvin Dienst im Winward Racing AMG, sowie Mario Farnbacher im Gradient Racing Acura diesbezüglich die Daumen gedrückt werden.
Das Rennen startet am kommenden Samstag. Der genaue Zeitplan des Meetings harrt noch der offiziellen Veröffentlichung.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Angesicht des bevorstehenden Saisonstarts der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft in Sebring sind nun auch die im vergangenen Dezember angekündigten Leistungsbeschränkungen der LMP2 offiziell bestätigt worden. Demnach hat man, um die LMP2 weiter hinter der Top-Klasse der LMPH zurückfallen zu lassen, nun die Leistung durch ein modifiziertes Motormapping am 4,2l Gibson-Einheitsmotor von 535PS auf 524PS um 11 PS reduziert. Damit fälllt die Leistungsbeschneidung deutlich geringer aus als die beiden im vergangenen Jahr vollzogenen Beschränkungen von zunächst 600PS auf 560 und anschliessend auf 535.
Gleichzeitig wird der Tankinhalt der LMP2-Chassis von 75l auf 65l reduziert, was im Endeffekt trotz gesenktem Verbrauch über das neue Mapping die Stintlängen wieder auf unter 40 Minuten reduzieren dürfte. Zudem gibt es darüber hinaus noch aerodynamische Beschränkungen um die Kurvengeschwindigkeiten der LMP2 weiter zu reduzieren. So fallen die vorderen Diveplanes (aerodynamische Frontflügelansätze am Kotflügel) nun weg, während weiterhin die Low-Downforce Fronthaube verwendet werden muss. Gleichzeitig bekommt der Heckflügel einen 10mm Gurney anmontiert und die Leitrippen des Heckdiffusors sollen um 5 cm verkürzt werden.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Mit einem Feld von 4 LMH, 15 LMP2, 5 GTE-Pro und 12 GTE-Am ist in Sebring der Prolog der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft 2022 gestartet. Alle 36 Teams die auch für das Rennen gemeldet sind, haben den Testbetrieb in Vorbereitung der Saison und der nun endlich anstehenden zweiten Ausgabe der 1000 Meilen von Sebring aufgenommen. Die schon 2 mal Coronabedingt verschobene Ausgabe des Super-Sebring-Weekends bei dem die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft gemeinsam mit dem IMSA-Feld der 12h von Sebring an einem Wochenende an den Start geht kann daher nun am kommenden Freitag und Samstag über die Bühne gehen.
In der LMH-Klasse bekommen es die beiden Toyota mit dem Alpine LMP1 und einem Glickenhaus Hypercar im Kampf um den Gesamtsieg zu tun. In der LMP2-Klasse starten hingegen 15 reine Oreca-Mannschaften. 4 davon – die Neueinsteiger von Ultimate und AF Corse sowie ARC Bratislava und Algarve Pro - starten in der Pro-Am-Subkategorie. Aus dem letzten Jahr sind bis auf Dragonspeed, High Class Racing und dem Racing Team Nederland weiterhin alle Mannschaften (2*Jota, Richard Mille Racing, United Autosports , Team WRT, ARC Bratislava, Inter-Europol Competition und das Realteam) dabei, wobei die G-Drive-Nennung nun vom Einsatzteam Algarve Pro übernommen worden ist. Zusätzlich sind das Team Penske, die neue Vector Sport Mannschaft, das Prema Team Orlen, ein 2. Wagen von United, das Team Ultimate und ein AF Corse Oreca hinzu gekommen.
Während die GTE-Pro-Klasse dank des Engagements von Corvette um ein Fahrzeug auf 5 Autos anwächst, werden in der GTE-Am-Klasse mit 12 Wagen in Sebring einer weniger wie im Vorjahr vermeldet. Die GR Racing Mannschaft ist in Sebring nicht dabei, da Teamchef Mike Wainwright direkt vom Russland-Ukraine Konflikt betroffen ist, da er Mitarbeiter in beiden Staaten hat um die er sich aktuell kümmern muss.
Während der Prolog nur 2 Tage geht wird das 8-stündige Rennen am Freitag um 12 Uhr Ortszeit (18 Uhr MEZ) gestartet. Das Qualifying läuft am Donnerstag und die freien Trainings am Mittwoch.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Der ACO hat vor 2 Tagen nach einer zusätzlichen Überarbeitungsfrist wegen des von der FIA verordneten Ausschlusses russischer Teams und Piloten die Nennliste der 90.sten Ausgabe des 24 Stunden Rennen von Le Mans veröffentlicht. Diese umfasst derzeit 5 LMH-Mannschaften, 27 LMP2, 7 GTE-Pro und 23 GTE-Am-Teams. Dies sind somit 2 LMP2-Teams mehr und ein GTE-Pro-Team weniger wie bei der Ausgabe letztes Jahr, so sich denn keine zusätzlichen Absagen und Ergänzungen aus der 6 Wagen umfassenden Reserveliste ergeben.

In der Top-Klasse sind abgesehen von einzelnen Pilotennamen keine Änderungen im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Toyota wird seine Ambitionen auf den vierten Le Mans Sieg in Folge erneut gegen 2 Glickenhaus und einen Alpine LMP1 verteidigen müssen.
In der LMP2-Klasse treten 26 Orecas gegen einen Ligier an. Neben den 15 WEC-Teams ergänzen die Mannschaften DKR Engineering, TDS Racing, Nielsen Racing, CD Sport, das Duqueine Team, ein dritter Team WRT-Oreca, Cool Racing, Graff Racing Inter-Europol Competition, Panis Racing, IDEC Sport und Algarve Pro, die als Einsatzteam beide G-Drive Nennungen übernommen haben, bilden hier das Feld. 10 Wagen starten in der Pro-Am Klasse, so auch der CD-Sport-Ligier. Mit Laurens Hörr (DKR Engineering), René Rast und Rolf Ineichen (Team WRT), Nico Müller (Vector Sport), Niklas Krütten (Cool Racing), Ferdinand Habsburg (Real Team by Belgian Audi Club Team WRT ) sowie René Binder und Sophia Flörsch starten bis jetzt 8 deutschsprachige Piloten und Pilotinnen dieses Jahr in der Klasse.

Mit dem Riley Motorsport Ferrari, der zusätzlich zu den beiden AF Corse Ferraris antritt sind in der Werksklasse 3 Ferrari 2 Porsche und 2 Corvettes am Start. Hinzu kommen 12 Ferraris, 8 Porsche und 3 Aston Martin in der GTE-Am-Klasse, wobei es bislang mit Christian Ried nur einen deutschsprachigen Piloten, aber mit 3 Proton Competition / Dempsey-Proton- und 2 Project 1-Porsches 5 unter deutscher Flagge gemeldete Autos im Feld gibt. Neben den regulären WEC-Teilnehmern sind die Teams Hardpoint Motorsport aus der IMSA, Proton Competition (ELMS), Weather Tech Racing, JMW-Motorsport, Kessel Racing , Inception Racing sowie zusätzliche Wagen von AF Corse , Iron Lynx und Spirit of Race am Start.