Verfasst von Timo Schumacher. Veröffentlicht in Creventic 24h Serie
Neben dem Kalender wollen wir uns einen Monat vor dem Start der 2022er-Saison der 24h Serie auch noch einen kurzen Überblick über die Neuerungen verschaffen:
Die wohl interessanteste Änderung ist die neue Struktur in der GT3-Klasse. Zukünftig gibt es die GT3-Pro (mit Maximal 2 Pro-Fahrern, Mindestens ein Am-Fahrer), die GT3-Pro/Am (Maximal 1 Pro-Fahrer, Mindestens 2 Am-Fahrer) und GT3-Am (Maximal 1 Semi-Pro-Fahrer, der Rest Am-Fahrer). Die Am-Klasse kann dabei wie bisher noch unterteilt werden in eine zusätzliche Am-Advantage, hier darf die Fahrerbesatzung nur aus Am-Fahrern bestehen, dabei gibt es aber Vorteile der der BoP wie zB einem größeren Kraftstofftank. Bislang hat beispielsweise der Car Collection-Audi #34 von dieser Einstufung profitiert. Eine Fahrerbesatzung aus nur Semi-Pro-Fahrern wird in die GT3-Pro eingestuft, hier entfallen dann die erlaubten Pro-Fahrer und ebenso die Pflicht zu einem Am-Fahrer. Diese neue Regelung richtet sich sicherlich hauptsächlich an große Teams, die mit einem Auftritt zB in Dubai sich mit einer ausgeglicheneren Fahrerbesatzung einen Vorteil verschaffen will.
Statt der je einen Qualifying-Session für TCE- und GT-Fahrzeuge sehen wir im kommenden Jahr für beide Divisionen jeweils drei kürzere Sessions: Je Fahrzeug müssen drei verschiedene Fahrer eine Zeit fahren, die Durchschnittszeit bestimmt dabei den Startplatz.
Die Rennleitung behält sich das Recht vor, zukünftig nach Code60- oder Safety Car-Phasen einen Wave-By durchzuführen und somit überrundete Fahrzeuge sich zurückrunden zu lassen.
Um die Sicherheit bei den Stopps zu erhöhen und den Fahrern mehr Zeit für den Wechsel zu geben, sind nur noch maximal zwei Mechaniker und zwei Schlagschrauber erlaubt. Dabei müssen alle Beteiligten inkl. Material wie Reifen und Schlagschrauber vor dem Stillstand des Fahrzeuges hinter der Boxenlinie bleiben, einzig der neue Fahrer und der "Lollipop-Mann" dürfen in der Boxengasse stehen. Zusätzlich dürfen zwei Personen beim Fahrerwechsel assistieren.
Beim Nachtanken dürfen nun alle Fahrzeuge den Motor anlassen, was bisher nur Turbofahrzeugen erlaubt war.
Statt wie bisher 2 gibt es zukünftig nur noch eine Einführungsrunde.
Zu den Klassen: Wie zu erwarten war, gibt es in 2022 die neue Klasse "992" für Porsche Cup-Fahrzeuge der aktuellen 992-Generation. In der GTX-Klasse sind auch GT2-Fahrzeuge erlaubt.
Die GT3-, GT4-, 991-/992- und TCR-Fahrzeuge bekommen verschärfte Regeln in Bezug auf die Abgasanlage, was mit stärkeren Regelementierungen bei der Lautstärkenregelung zu tun hat.
Die GT3- und GT4-Fahrzeuge dürfen nicht mehr Lichter nutzen als in der Homologation aufgeführt, während die anderen Klassen maximal 2 zusätzliche Lichter verbauen dürfen. Das soll das exzessive Licht und die Blendung von den anderen Fahrzeugen reduzieren.
Der Veranstalter behält es sich weiterhin vor, im Hinblick auf die Am-Ausrichtung der Rennen die Fahrereinstufungen zu ändern in Bezug auf die bisherige 24h-Performance mancher Fahrer. So könnten Bronze-Fahrer in die Semi-Pro-Kategorie eingestuft werden, Silber-Fahrer aber auch die Am-Kategorie.
Die Punkteverteilung sieht vor, dass nach 12 Stunden-Rennen 100% an Punkten verteilt werden. Bei 24 Stunden-Veranstaltungen gibt es nach 12 Stunden 50%-Punkte, und nach absolvierten 24 Stunden weitere 100%.
Es gibt zwei verschiedene Titel die nach der Saison vergeben werden, wobei es diese jeweils für die Fahrer- und Team-Wertung gibt, zusätzlich auch die Ladies- und Junior-Titel. Die "24h Series European Championship" setzt sich aus den 5 Rennen auf europäischen Rennstrecken zusammen, wobei bei jedem das schlechteste Resultat als Streichresultat zählt. Der "24h Series Champions of the Continents" beinhaltet grundsätzlich alle Rennen der Saison. Dubai und Sebring sind als Ergebnis gesetzt, hinzugezogen wird das beste Ergebnis der 5 europäischen Rennen. Um an dieser Meisterschaft teilnehmen zu können, muss ein Team an Dubai, Sebring und mindestens einem Event in Europa teilnehmen.
Zusammengefasst sollten diese Änderungen also den Am-Charakter der Veranstaltungen betonen und gerade in Bezug auf die Boxenstopp- und Licht-Änderungen der Sicherheit dienen.
Verfasst von Timo Schumacher. Veröffentlicht in Creventic 24h Serie
Kaum ist die Rennsaison 2021 der 24h Serie vorüber, steht für Mitte Januar bereits der Saisonauftakt 2022 vor der Tür. 8 Rennen auf 3 unterschiedlichen Kontinenten über einen Zeitraum von 10 Monaten. Klammert man das Single Event in Abu Dhabi aus welches zu keiner Meisterschaft gehört, dann erwarten uns 132 Rennstunden - plus zahlreiche für die ausgiebigen Tests sowie die Trainings und Qualifyings.
Los geht es wie gewohnt vom 13.-15.01.2022 mit den 24 Stunden von Dubai. Bereits zum 17. Mal gastiert die 24h Serie dabei in Dubai. Die meisten Siege auf dem Wüstenkurs konnte Porsche mit deren 6 erzielen, Mercedes hat mit derzeit 5 Siegen die Möglichkeit auszuschließen. Es folgen BMW mit 3 und Audi mit 2 Erfolgen.
Die zweite Saisonstation ist nach 2021 am 21.-22.01.2022 erneut das Single Event in Abu Dhabi über 6 Stunden. Dieser Lauf gehört nicht zu Meisterschaft - ist aber eine gute Einsatzmöglichkeit für die Teams eine Woche nach dem Auftakt in Dubai um ihre Fahrzeuge zu vermieten und sich die langen Wege zu sparen. Der Sieg in 2021 ging an den Audi R8 LMS von Car Collection Motorsport.
Für den dritten Lauf vom 25.-26.03.2022 wechselt die Serie auf den europäischen Kontinten: Bereits zum 8. Mal fährt man im italienischen Mugello das 12 Stunden Rennen. Die bisherigen Siege teilen sich in je 3 Erfolge für Ferrari und Porsche auf, während der Renault RS01 in 2016 auch einen SIeg abstauben konnte. in 2014 haben wir hier den knappsten Zieleinlauf bei einem Creventic-Rennen gesehen: AF Corse gewann nach 12 Stunden mit einem Vorsprung von 5,417 Sekunden vor Stadler Motorsport.
Die vierte Saisonstation ist am 22.-24.04.2022 der belgische Kurs von Spa-Francorchamps mit einem 12 Stunden Rennen. Es ist der 5. Aufschlag des Veranstalters auf der "Ardennen-Achterbahn". Die beiden bisherigen GT-Ausgaben in 2018 und 2019 konnte die Scuderia Praha-Mannschaft im Ferrari für sich entscheiden. Die erste Ausgabe in 2017 für TCE und GT4-Fahrzeuge ging an den LMS-Seat Leon TCR, während Red Camel in 2019 mit ihrem Cupra TCR die TCE 500 über 23 Stunden für sich entscheiden konnte.
Der fünfte Saisonlauf am 13.-15.05.2022 steigt mit den 12 Stunden von Hockenheim. Es wird der dritte Aufschlag auf dem Hockenheimring sein. Beide bisherigen Auflagen gingen an Porsche-Teams: Während 2021 Haegeli by T2 Racing im GT3-Porsche siegreich war, konnte NKPP Racing by Bas Koeten Racing die 16 Stunden von Hockenheim 2020 für sich entscheiden.
Lauf Nummer 6 ist am 08.-10.07.2022 mit den 24 Stunden von Portimao geplant. Die Serie wird zum 5. Mal in Portugal gastieren. 2021 musste das Rennen Pandemie-bedingt abgesagt werden, während es in 2020 noch den Startschuss nach dem Corona-Ausbruch bedeutet hat. 3 Siege gingen hier an den Scuderia Praha-Ferrari und einer an den Herberth Motorsport-Porsche.
Das siebte Saisonrennen ist traditionell gleichbedeutend mit dem Europa-Highlight der Serie: Vom 09.-11.09.2022 findet zum 11. Mal unter Creventic-Organisation die 24 Stunden von Barcelona statt. Seit 2011 wird das Rennen vom niederländischen Veranstalter organisiert. 9 Der bisherigen Läufe waren offen für alle Fahrzeugklassen, die siegreichen Marken sind mit Porsche (3 Siege), Mercedes (2 Siege), BMW, Ferrari, Lamborghini und McLaren (je 1 Sieg) weit aufgeteilt. Die 2017er Ausgabe war nur offen für TCE-Teams, die spanische NM Racing-Mannschaft konnte mit der Ginetta G55 GT4 den Gesamtsieg feiern.
Last but not least steht als achte Saisonstation von 18.-20.11.2022 die zweite Auflage der 24 Stunden von Sebring im Kalendar. Das 2021er Rennen konnte Rutronik Racing by TECE im Audi R8 LMS GT3 Evo für sich entscheiden.
Sofern uns die Corona-Pandemie auch in 2022 nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht, sehen wir also 8 Rennen auf für die Veranstalter und Teams mehr oder weniger bekannten Rennstrecken. Drücken wir die Daumen, dass wir uns über den Großteil der Saison an diesen Kalendar richten können.
24h-Serien-Kalender 2022:
14-15.1: 17. 24h von Dubai
(22.1: 2. 6h von AbuDhabi)
25-26.3: 8. 12h von Mugello
23-24.4: 5. 12h von Spa
14-15.5: 2. 12h von Hockenheim
9-10.7: 5. 24h Portimao
10-11.9: 23. 24h Barcelona
19-20.11: 2. 24h Sebring
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans Series ( LMS )
Die britische Optimum Motorsport-Mannschaft weitet ihr Engagement in die LMP3-Klasse aus. Im Michelin Le Mans Cup will man in der kommenden Saison einen Duqueine M30-D08 LMP3 für die beiden britischen Piloten Alex Mortimer und Mark Crader einsetzen. Daneben soll auch der Einsatz der McLaren 720 S GT3 - Optimum ist unter anderem das Einsatzteam für das Inception Racing Projekt – fortgesetzt werden.
Der 36-jährige Brite Mortimer ist der britische GT-Champion des Jahres 2007, als er seinerzeit die traditionsreiche britische Serie auf einer Viper des Teams RPM zusammen mit seinem Teamkollegen Bradley Ellis gewinnen konnte. Zuletzt gewann er 2018 der Titel der Supersport-Kategorie in Radical European Masters, nachdem er zuvor auch Gastauftritte in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft und der Blancpain Serie absolviert hatte. Sein letztes Jahr noch vom Grainmarket Team eingesetztes Fahrzeug bekommt nun mit Optimum ein neues Einsatzteam. Sein 58-jähriger Landsmann und Teamkollege Mark Crader folgt ihm seit Radical-Zeiten und hat ebenfalls schon 2 Saisons im Michelin Le Mans Cup hinter sich.
Ob Optimum, die beide McLaren für die Asiatische Le Mans Serie 2022 eingeschrieben haben , nun auch ein Engagement im Michelin Le Mans Cup mit den McLaren planen ist derzeit noch nicht bekannt.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in WT-USCC-Serie ( IMSA )
René Rast kommt bei den kommenden 24h von Daytona zu seinem nächsten Prototypeneinsatz. Der 35-jährige Mindener wird einen der beiden geplanten G-Drive Oreca als Leadfahrer anführen. Der dreifache DTM-, 3-fache Porsche Mobil1 Supercup-, zweifache Porsche Carrera Cup Deutschland-Champion sowie Meister des ADAC GT-Masters 2014 sollsich dabei sein Cockpit mit dem ehemaligen Champcar-Piloten Ed Jones, FIA F3 pilot Oliver Rasmussen und dem französischen Broncepiloten Francois Heriau teilen.
Für Rast ist es nicht der erste Einsatz in einem Prototypen. Zuletzt startete er 2019 beim Klassiker in Florida mit einem Mazda DPi, der allerdings vorzeitig die Segel im Rennen strich. 2018 war er auf dem noch vom Audi Sport Team Joest eingesetzten Mazda sogar für 3 Rennen der Nordamerikanischen Langstreckenmeisterschaft engagiert worden, nachdem er im Vorjahr den VisitFlorida Racing Riley Mk. 30 Gibson auf das Podium des 24h.-Klassikers mitpilotiert hatte. 2016 startete er gar schon zusammen mit G-Drive in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft und bestritt dort 7 Rennen auf dem Oreca des Teams.
Es darf angenommen werden das Rast´s Einsatz mit dem kommenden Einstieg von Audi in die LMDh-Klasse in Zusammenhang zu sehen ist, den die Ingolstädter in der übernächsten Saison - wohlmöglich unter Zuhilfenahme des Team WRT - vollziehen wollen.
Auch die Besatzung des 2. G-Drive LMP2 für Daytona wurde heute bekannt gegeben: dort werden Luca Ghiotto, James Allen, Tijmen van der Helm und der US-Bronce-Pilot John Falb sich die Lenkraddienste teilen. Die vom Algarve Pro -Team eingesetzten G-Drive Wagen sollen nach dem Einsatz in Florida in die WEC-Saison 2022 einsteigen, die wiederum nur aus 6 Rennen bestehen wird.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Blancpain Endurance GT Cup ( BES )
Die deutsch-polnische McLaren-Mannschaft JP Motorsport konzentriert ihr Engagement 2022 auf die Fanatec GT World Challenge Europe Endurance Cup powered by Amazon Web Services (kurz FGTWCEEC by AWS) aus. Dort sollen 2 McLaren 720 S GT3 zum Einsatz kommen. Nun hat das in Erkelenz stationierte Team die Besatzungen für die Langstreckenserie bekannt gegeben.
In der Pro-Klasse soll einer der beiden McLaren mit dem von Mercedes abgewanderten Monegassen Vincent Abril, ex-Lamborghini-Werkspilot Dennis Lind und dem ehemaligen Peugeot-LMP-Werkspiloten Christian Klien . Der Österreicher Klien ist bereits seit der vergangenen Saison Stammfahrer im Team von Teammanager Patryk Krupinski, der sich den zweiten Wagen in der Pro-Am Klasse mit Maciej Blazek und dem 17-jährigen Joel Mesch teilen wird.
Projektleter Markus Specht gab in der vom Team dazu veröffentlichenten Meldung an das das SRO-Programm nicht das einzige Engagement für 2022 bleiben könnte: „Der Wechsel in die Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS ist für das Team der perfekte nächste Schritt. Nach den Programmen in der International GT Open und der DTM bieten die Rennserien unter der Leitung der SRO Motorsports Group nicht nur den härtesten Wettbewerb der Welt, sondern auch verschiedene, skalierbare Optionen je nach Bedarf oder je nach Interesse des Fahrers und der Finanzierung der Programme. So kann beispielsweise der Fokus innerhalb der GT World Challenge auf die Sprint- oder Langstreckenrennen mit einem dritten Fahrzeug gelegt werden. Darüber hinaus ist das ADAC GT-Masters ein mögliches zusätzliches Betätigungsfeld, da es mit keiner Veranstaltung der GT World Challenge kollidiert. Auch die Rennen der Intercontinental GT Challenge könnten ein Thema werden. Wir sprechen derzeit mit Fahrern und Sponsoren darüber, und sind offen für alle Interessenten, die sich bei uns melden...."
Auch Teammanager Patrick Krupinski unterstrich das die Zukunft des Teams, das sogar mit der Anschaffung eines dritten McLarens liebäugelt, nicht in der DTM liegen würde: "Wir haben bereits an Rennen der Fanatec GT World Challenge powered by Amazon Web Services 2020 und 2021 teilgenommen und waren sehr beeindruckt von dem professionellen Umfeld, der Organisation und natürlich den Rennen, die jedem Team alles abverlangen. Wir haben in diesem Jahr in der DTM auf hohem Niveau viel lernen können. Allerdings war uns relativ früh klar, dass unsere Zukunft nicht nur in dieser Serie liegen wird. Das Veranstaltungskonzept ist nicht perfekt und macht es für ein Team wie uns schwierig, einen guten Business Case dafür aufzustellen. Außerdem hat man als Einzelkämpfer einen Nachteil gegenüber einem Feld von beispielsweise 8 Mercedes-AMGs, die im Kundensportbereich zusammenarbeiten."
Mit dem SRO-Engagement steht somit auch mit dem darin enthaltenen 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps ein erster 24h-Event für die Erkelenzer Mannschaft an. Ein potentiell ins Spiel gebrachter GT-Masters-Einsatz mit dem spektakulären McLaren würde auch diese Serie um einen weiteren Exoten bereichern.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
United Autosports setzt ab der kommenden Saison 2 Oreca in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft ein. Für das zweite Fahrzeug hat man nun die ersten Piloten benannt. Neben dem erst 15 jährigen Briten Josh Pierson wird ex-Audi-Werkspilot Oliver Jarvis einen der beiden LMP2 des anglo-amerikanischen teams pilotieren. Jarvis letzter Einsatz in der WM datiert aus 2019 als er in Fuji den verhinderten Paul di Resta im Oreca der Mannschaft vertrat (Bild). 2017 bestritt er mit dem chinesischen Jackie Chan DC-Racing Team seine letzte volle WEC-Saison. Im Jahr zuvor hatte er sein letztes Werksengagement mit Audi absolviert.
Den zweiten Wagen mit der #22 werden Phil Hanson, Filipe Albuquerque und Will Owen pilotieren. Der letzte noch freie Sitz in den beiden Orecas soll noch diese Woche offiziell vergeben werden.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in US-Sport ( US-Sport )
Bei den vergangenen 25h von Thunderhill (wir berichteten) gab es eine Premiere zu bestaunen die man eigentlich eher beim 24 Stunden Rennen von Le Mans als Garage 56-Projekt erwartet hätte: neben den zahlreichen Tourenwagen und Sportprototypen startet auch ein äusserlich unauffälliger Sports Racer der komplett auf einen batterieelektrischen Antrieb setzte. Zwar war dies nicht der erste Einsatz dieser Art – in Le Mans hatte der von einem Seriell-Hybrid-Motor betriebene Nissan Zeod RC bereits 2014 eine mit viel Marketing-Aufwand und wenig zählbaren Ergebnissen versehene Premiere eines Elektroautos bei einem 24h-Rennen „gefeiert“. Doch die beim amerikanischen Langstreckenklassiker antretende Entropy Racing Mannschaft zeigte, das solch ein Einsatz nicht nur pragmatischer, sondern auch deutlich wegweisender und dabei auch noch erfolgreicher ablaufen kann als seinerseits der mit viel Marketing-Tam-tam und hohen Kosten absolvierte Le Mans Einsatz von Nissan, die seinerzeit noch nicht mal ein reines E-Fahrzeug an den Start brachten.
Im Unterschied zum Nissan, der das Rennen 2014 nach sage und schreibe 20 Minuten und 5 absolvierten Runden (gut 68,1km) mit technischen Problemen beendete, schaffte das bereits seit einigen Jahren mit seinen Elektro-Prototypen engagierte Team um die Piloten Todd Reid, Charlie Greenhaus, John Early, und Jeff Filipkowski trotz einer 7 stündigen Rennunterbrechung wegen Nebels eine Renndistanz von 346 Runden, was auf der 4,828km langen Strecke eine Gesamtdistanz von 1038 Meilen oder 1670 km entsprach. Damit kam das Team aus Pennsylvania unter 36 startenden Mannschaften als 29.te ins Ziel. Hätte man 24 Stunden durchfahren können, dann wären mit dem kleinen E-Prototyp sogar über 2300km möglich gewesen.
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Doch noch sensationeller wie die zuverlässig absolvierte Distanz waren die Standzeiten des Elektromobils. Denn statt langer Ladezeiten wurden die beiden 13kW-Batterie-Packs die links und rechts vom Fahrer angeordnet waren bei den alle 67 Kilometern anstehenden Stopps innerhalb von knapp 2 Minuten per „Hot Swap“-Technik einfach ausgetauscht. Laut Angaben von Pilot und ChefIngenieur Charlie Greenhaus wurde diese Technik, die den einzigen pragmatischen Ansatz für die Einführung elektrisch angetriebener Wagen in den Langstreckensport darstellt, damit zum ersten Mal in einem 24h-Wettbewerb angewendet.
Greenhaus war auch so freundlich gegenüber GT-Eins weitere Details zum Wagen und seiner Technik zu erläutern:
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„Unsere ersten Fahrzeuge für das rein elektrische EVSR-Projekt nutzten noch alte Renault-Sport-Karosserien und Chassis und ähnelten noch eher einem Sports-Racer. Wir haben damit unser Konzept entwickelt. Das Chassis der 2. Generation sieht zwar äusserlich noch wie ein Spec-Racer aus aber wir haben bereits viele Änderungen bei der Käfig- und Sicherheitsstruktur vorgenommen, sowie eine andere Sitzposition, Seitenstruktur und Antriebsstranganordnung verbaut. Die Gen 2-Karosserie ist komplett von uns selbst entworfen worden und das Chassis hat außer der Aufhängung wenig mit einem SRF gemeinsam. Hier in Thunderhill hatten wir entgegen der Angaben der Nennliste unser aktuellstes 2021´er Chassis (#2-003) eingesetzt, das erstmals im September zum Einsatz kam als wir eine SCCA-Meisterschaft damit gewannen.“
Auch zur Technik äusserte sich Greenhaus: „Bei den Batterien haben wir eher auf die Sicherheit gesetzt. Statt möglicher Lithium-Ionen Zellen haben wir Lithium-Eisenphosphat-Akkus verwendet, da diese eine höhere Stabilität und eine deutlich reduzierte Brandgefahr bei Crashs oder Reifenschäden besitzen. Das geschah auch um die Genehmigung verschiedener nationaler und regionaler Sportbehörden zu erhalten. LFP-Zellen sind zwar schwerer, aber wir waren der Meinung, dass die Sicherheit wichtiger ist. Bei den Zellen handelte es sich um kommerziell erhältliche Akkus für den Heimwerker-Bedarf mit einer Gesamtkapazität von 25 kWh. Im Wagen sind beim Motor dafür 3 Modi abrufbar – einer mit 140PS Leistung für Langstreckenrennen, ein 180 PS-Modus für Sprintrennen und ein sogenannter „Party-Modus“ den wir bei Bergrennen oder sehr kurzen Sprintrennen einsetzen und der 225 PS erlaubt.“
Gerne würde Greenhaus die Technik auch auf grösserer Bühne und mit stärkeren Wagen präsentieren wie er auf unsere Nachfragen in Richtung LMP3 oder gar „Garage 56“ äusserte. „Das sind alles Projekte die von einer entsprechenden Finanzierung abhängen. Wir wissen, wie es geht, wir brauchen nur die Mittel, um es zu verwirklichen. Die Technik ist bereits vorhanden. Ich glaube, dass es machbar ist, und wir haben die Erfahrung, es mit den richtigen Partnern zu tun. Wir haben jedenfalls in Thunderhill meines Wissens nach nicht nur ein konkurrenzfähiges Finish eines batterie elektrischen Wagens inmitten eines Feldes konventioneller Konkurrenten bei einem Langstreckenklassiker erreicht, sondern auch den ersten Batteriewechsel, während eines laufenden Wettbewerbs in der Boxengasse demonstiert. Mit anderen Worten, das dürfte eine weltweite Premiere gewesen sein, wenn ich mich nicht irre.“
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in ADAC GT Masters
Das ADAC GT-Masters verliert derzeit reihenweise Teams an die sich nun zur Konkurrenzserie mausernde DTM. Da tat es der Serie in der vergangenen Woche gut das 4 Wagen – davon 2 zusätzliche – für die GT-Masters Saison 2022 bestätigt werden konnten.
So wird das amteirende Meisterteam von Land Motorsport sein Engagement ausbauen und einen dritten Audi R8 LMS GT3 in der kommenden Saison einseten. Pilotieren soll das Fahrzeug Neuzugang Tim Zimmermann der von der abgewanderten Lamborghini-Truppe des Grasser Racing Team ins Team von Wolfgang und Christian Land wechselt.
Neu hinzu kommt das bislang in der GT4-Serie des ADAC Pakets engagierte Allied Racing-Mannschaft. Den GT3-Porsche des Meisterteams von Teamchef Jan Kasperlik wird als erster Pilot der 20-jährige Brühler Joel Sturm pilotieren. Daneben will die mannschaft von Kasperlik weiterhin 4 Cayman in der ADAC GT4 Germany und 2 Cup-Porsche im Porsche Carrera Cup Deutschland an den Start bringen.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans Series ( LMS )
Der ACO hat in der vergangenen Woche Änderungen der sportlichen Regularien der Europäischen Le Mans Serie und des Michelin Le Mans Cup bekannt gegeben. Demnach wird sich die Renndauer der 2.Liga des ELMS-Pakets um 10 Minuten von 2 Stunden auf 110 Minuten verkürzen.
Der Grund dafür ist eigentlich eine für den ACO peinliche technische Panne: Nachdem man 2020 mit dem neuen 5,6l Nissan VK56-Block eine neue stärkere Version des Antriebsaggregats vorgeschrieben hatte, stellte sich heraus das der neue Motor gegenüber dem 5l VK50-Block nun zu durstig für die 2-stündigen Rennen geworden war. Die Teams die auf das neue, von Nissan gelieferte und von Oreca in den Antriebsstrang verbaute Triebwerk setzten, mussten einen zusätzlichen Splash & Dash-Tankstopp einlegen oder gegen Ende des Rennens vom Gas gehen und den Mannschaften mit dem schwächeren alten Motor den Vortritt lassen. Um den Kunden weiterhin das Geld für das neue stärkere Triebwerk aus den Taschen ziehen zu können, wurde kurzerhand ein zweiter Pflicht-Tankstopp für alle Teams vorgeschrieben.
Obwohl mit dem Beginn der 2021´er Saison sowohl die LMP2 als auch die LMP3 aufgrund des Hypercar-Speedcuts Leistung gestrichen bekamen, erwies sich das neue grössere Triebwerk weiterhin als zu durstig, so das nun jetzt die Verkürzung der Renndistanz als einzig sinnvolle Massnahme erschien. Denn ein grösserer Tank würde eine komplette Neukonstruktion aller erst kürzlich homologierter Chassis voraussetzen.
Somit leistet sich der ACO nun den Offenbarungseid, das ihm seine Lippenbekenntnisse zu effizienteren Rennwagen und einer Vorantreibung des grünen Motorsports im für die breite Masse gedachten Geschäftsbereich offensichtlich weniger wert sind als in der sündhaft teureren LMP-H-Liga. Wenn man bedenkt das ein LMP3 mit einem 100l Tank ausgerüstet ist und das angeblich einmal Nachtanken für gewisse Rennen nicht ausreicht, dann ergibt sich für den VK56-Motor bei einer maximal angenommenen theoretischen Renndistanz (ohne Gelbphasen) in Monza von 67 Runden (=388km) ein Mindestverbrauch von 51,5l auf 100km. (1365g CO2/km). Green Racing sollte speziell in diesen Zeiten doch etwas anders aussehen..
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in US-Sport ( US-Sport )
In der vergangenen Woche fand die 19 Ausgabe der 25 Stunden von Thunderhill auf dem kalifornischen Thunderhill Raceway Park statt. 36 teilnehmende Teams traten beim weltweit längsten regelmässig stattfindenden Langstreckenrennen an. Am Ende schafften es 3 Prototypenteams auf das Podium.
Nach 531 Runden – das Rennen wurde dabei für 11 Stunden wegen aufziehender dichter Nebelbänke gestoppt - gewann am Ende der 17 Jahre alte Radical SR 3 des amerikanischen One Motorsports 2 Team. Der mit dem Piloten Quartett Jeff Shafer, Jordan Missig, Tony Bullock und Josh Sarchet besetzte Wagen konnte am Ende einen Vorsprung von 6 Runden auf den deutlich moderneren Duqueine M30-D08 LMP3 der Crowdstrike/Mosaic Motorsports Mannschaft verbuchen. Die LMP3-Mannschaft, in der neben den IMSA-Piloten Jon Benett und Colin Braun die profis Matt Bell, Naveen Rao und George Kurtz ins Lenkrad griffen, war von der Pole-Position gestartet, und lieferte sich mit dem Radical ein Kopf an Kopf-Rennen um die Führung. Bis kurz vor dem Ende sah der LMP3 wie der sichere Sieger aus, doch ein Schaden an der Hinterachse bedeutete einen langen Reperaturstopp der dem Radical-Team schliesslich den Sieg brachte.
Auch auf dem dritten Platz kam ein Radical-Team ins Ziel. Die TVI-Racing Mannschaft startet ebenfalls mit einem Radical SR3 der allerdings mit Baujahr 2017 deutlich neuerer Bauart war. Auf dem Wagen starteten die 2019´er Sieger Eric Wagner und Antoine Comeau, die sich dieses mal mit IMSA-Pilot Victor Franzoni als drittem Piloten zusammengetan hatten. Wagner und Comeau hatten 2019 die bislang letzte Ausgabe des kalifornischen Langstreckenklassikers (das 2020-ér Rennen fiel wegen COVID19 aus) ebenfalls auf einem Radical des Turn 3 Motorsports Teams gewinnen können. Damit hat Radical die letzten 2 Ausgaben des Rennens gewinnen können.
In der E2-Klasse des von der NASA (des Nationalen Autosport Verbandes – nicht der Raumfahrtagentur!) veranstalteten Events kam der BMW M3 GTR des Lowe Group Racing Teams auf Gesamtrang 4 mit 33 Runden Rückstand auf die Sieger ins Ziel. Auf Gesamtrang 5 wurde der Moore-Wood BMW 330i als Sieger der E2-Klasse abgewunken. Die Top 10 rundete mit dem Spoon Sport Honda Civic der Klassensieger der E0-Klasse ab.
31 der 36 gestarteten Mannschaften wurden am Ende in Wertung mit der Zielflagge abgewunken.